Wenn Mitarbeitende sich Sorgen machen, suchen sie am besten das direkte Gespräch
mit der betreffenden Person. Vielen fällt dies jedoch schwer, wenn sie vermuten,
dass
übermässiger Alkoholkonsum im Spiel ist. Was kann man beachten, damit sich
das Gegenüber nicht angegriffen fühlt?
Keine Diagnose stellen
Wenn Mitarbeitende vermuten, dass ein Kollege oder eine Kollegin übermässig
Alkohol trinkt, suchen sie häufig nach Hinweisen, die dies belegen. Nur eine
Fachperson kann aber feststellen, ob jemand ein Alkoholproblem hat. Mitarbeitende
haben nicht die Aufgabe eine Diagnose zu stellen. Sie haben auch nicht das Wissen
dazu.
Kein Eingeständnis verlangen
Viele erwarten, dass die betroffene Person zugibt, Alkoholprobleme
zu haben. Wer auf einem Eingeständnis besteht, riskiert, dass sich die Kollegin
oder der Kollege umso mehr zurückzieht und alles daran setzt, die Probleme zu
verbergen. Man kann niemanden zwingen, sich mit seinem Verhalten auseinanderzusetzen
und seinen Alkoholkonsum zu überdenken. Eine betroffene Person muss dies selbst
tun wollen.

Sorgen äussern und Beobachtungen schildern
Das Gespräch ist dennoch wichtig. Mitarbeitende vermitteln damit der betroffenen
Person, dass ihre Veränderung auffällt. Die Botschaft soll lauten: „Mir liegt
etwas an dir, und ich sorge mich, weil ich den Eindruck habe, dass es dir nicht
gut geht.“ Beschreiben Sie, was Ihnen Sorgen bereitet und wie Sie die Situation
erleben. Das Thema Alkohol muss nicht im Zentrum stehen. Achten Sie in jedem
Fall darauf, aus Ihrer Sicht zu sprechen und bei Ihren Beobachtungen und Wahrnehmungen
zu bleiben: „Ich mache mir Sorgen...“, „Ich habe den Eindruck...“, „Mir ist
aufgefallen...“, „Es belastet mich...“ Dies kann die betroffene Person motivieren,
sich mit ihrem Verhalten auseinanderzusetzen. Es zeigt ihr zudem, dass sie Ihnen
wichtig ist.