Beobachten Vorgesetzte über eine gewisse Zeit
Auffälligkeiten in Arbeitsverhalten und Leistung, ist es angezeigt, ein
Mitarbeitergespräch anzusetzen. Dieses dient dazu, Transparenz zu schaffen und
die Situation zu entspannen.

Keine
Anspielung auf Alkohol
In diesem Gespräch sollten sich Vorgesetzte an den vorgängig notierten Beobachtungen
orientieren. Ziel ist, dass der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin die Beanstandungen
zur Kenntnis nimmt und Leistung und Verhalten entsprechend anpasst. Beim ersten
Gespräch empfiehlt es sich, Vermutungen bezüglich Alkoholkonsum zu vermeiden
und sich auf die Fakten zu konzentrieren.
Das Gespräch gleicht somit einem gewöhnlichen Mitarbeitergespräch – es ist einfacher
zu führen, als wenn es darum ginge, das vermutete Alkoholproblem anzusprechen.
Das erhöht die Chancen, dass Vorgesetzte und Mitarbeiter/-in in einen Dialog
treten (was beim Thema Alkohol vielleicht schon misslungen ist).

Sich
auf die berufliche Ebene konzentrieren
Die Konzentration auf berufliche Aspekte hat den Vorteil, dass Vorgesetzte auf
ihr Wissen als Führungskraft zurückgreifen können – insbesondere auf die Erfahrung
bezüglich Gesprächsführung, Problemlösung und Definition von Zielen und Anforderungen.
Auf „vertrautem Gebiet“ und im Wissen um die eigenen Fähigkeiten bezüglich Personalführung
können sie das Problem besser handhaben.
Indem Vorgesetzte das Problem auf der beruflichen Ebene anpacken, können sie
an Mitarbeitende klare und legitime Anforderungen stellen.
Wird hingegen das Thema Alkohol angesprochen, ist damit fast zwangsläufig die
Forderung verbunden, mit dem Konsum aufzuhören oder ihn zu senken. Diese Forderung
hat jedoch keinen direkten Bezug zur Arbeit, sie tangiert das Privatleben des/der
Angestellten. Vorgesetzte dürfen nur die Auswirkungen des Konsums auf die Arbeit
in Betracht ziehen.